Es begann alles mit süßen 13 Jahren. Meine Freundinnen fingen an Diäten auszuprobieren, die sie in Zeitschriften gesehen haben. Bis dato hatte ich jedoch nur spielen im Kopf.

Der Gruppenzwang war zu stark, denn schließlich wollte ich nicht mehr die einzige sein, die wie eine Wurst in ihrem Badeanzug aussah. Also fing auch ich an eines Abends nichts mehr zu essen (Dinner-Cancelling war damals der letzte Sh**). Es funktionierte. Mit 14 habe ich mir schließlich den Körper einer 16-jährigen angehungert und plötzlich wurde ich interessant für die pubertierende Männerwelt.

Jeder kennt ihn – Herr Jo-Jo. Kurze Zeit später trat auch er in mein Leben. Wir wurden nie gute Freunde, aber er war immer da.

 

Die Kommerz-Diäten und was sie mit mir gemacht haben

Ich probierte danach alle möglichen Diäten und Ernährungsformen aus. Von Weight Watchers bis Low Carb. Was diese Diäten alle gemeinsam hatten war, dass sie entweder alle Low Carb waren und/oder ich ständig Hunger hatte.

So gesellte sich zu Herr Jo-Jo auch sein bester Kumpel „Fressattacke“ hinzu. Während der Woche trieb ich sehr viel Sport und ernährte mich nach den Vorschriften der aktuellen Diät und nach ein paar Tagen – wie auf Knopfdruck – meldete sich die erste Fressattacke.

Wie eine Süchtige stopfte ich mir alles mögliche hinein. Es war mir egal was es war, Hauptsache es war hochkalorisch. Ich aß plötzlich Süßigkeiten, die ich nie gemocht habe. Hauptsache kaloriendicht. Die alt ergrauten Dominosteine von letzte Weihnacht wurden plötzlich attraktiv.

Mein armer Körper war ziemlich geschändet nach dieser Fressorgie und am nächsten Tag war ich sowohl körperlich als auch seelisch an meinem Tief angelangt. Ich fühlte mich schrecklich. Ich habe versagt. Ich dachte es läge an meiner mangelnden Disziplin. Warum Disziplin nichts mit einem schlanken Körper zu tun hat, erkläre ich dir in einem anderen Artikel (Link).

Woche für Woche, Jahr für Jahr ging es so weiter. Ich dachte ich sei dazu verdammt entweder auf Dauerdiät, um schlank zu sein oder dick. Das Schlimmste an dieser Zeit war, dass ich nicht verstand weshalb manche Menschen von Natur aus schlank sein „durften“ und andere – ich – nicht. Ich lehnte mich ab. Ich zog mich oft zurück, ich sagte Verabredungen ab, weil ich mich hässlich fühlte.

 

Die Erkenntnis

Ich konnte mich mit diesem Zustand nicht abfinden. Ich ging zu Beratern in der Hoffnung sie könnten mir helfen. Gab es den keinen weg schlank und gleichzeitig satt zu sein?

Ich bekam „weise“ Ratschläge doch einfach mal intuitiv zu essen und bis man satt ist. Problem dabei war nur, dass ich dann wieder zunahm. Dann fand ich schließlich die Lösung und damit auch die Erkenntnis, dass ich über 13 Jahre lang zu wenig Kalorien unter der Woche aß, sodass ich am Wochenende ausgehungert alle Kalorien und mehr durch die Fressattacken ausglich. Ein natürlicher Ausgleich des Körpers, wenn er auf eine Hungerkur geschickt wird. Ich aß viel zu wenig und das unwissentlich über Jahre!!! Zum damaligen Zeitpunkt wusste ich es nicht besser, weil das, was ich aß mir von Ernährungsberatern und diversen Zeitschriften so empfohlen wurde.

Auf diese Erkenntnis kam ich erst nach 8 Jahren Fressattacken und 100934532845732485 Litern Tränen, die ich vergossen habe. Kein Therapeut oder Arzt konnte mir helfen. Ich bekam Tipps von ihnen wie: „geh eine Runde um den Block, nimm ein schönes Bad etc., wenn die Fressattacke sich anbahnt.“ Blah, blah, blah. Wer selber einmal in dieser Situation war oder ist, weiß, dass diese phänomenalen Ratschläge nicht helfen.

Therapeuten und Ärzte haben kaum bis gar keinen Bezug zur Ernährung in ihrer Ausbildung, sodass sie hier auch nur wenig bis kein Wissen aufweisen.

Eine Therapeutin schlief während einer Sitzung sogar ein als sie mir gegenübersaß. Danach dachte ich mir: „gute Frau, mich langweilen meine Fressattacken mittlerweile auch, aber einschlafen bringt uns hier nicht weiter“. Sie sah mich danach nie wieder.

Die industrialisierte Welt steckt in einem riesigen Dilemma, welches sich hoch verarbeitete Nahrung nennt. Diese macht uns krank und dick.
Ist es nicht traurig, dass man heut zu Tage nicht mehr weiß was man Essen kann dank der industrialisierten Nahrung? Man braucht keine Therapie, um zu wissen was der Mensch essen soll, um gesund und schlank zu sein. Das wusste man tausende Jahre lang. Erst mit der Veredlung von Speisen wurde Übergewicht und diverse Zivilisationskrankheiten zum Massenphänomen in den industrialisierten Ländern. Man braucht somit keine Therapeuten in dieser Thematik, sondern das Wissen von geeigneter Nahrung für den Menschen.

 

Die Ess-Bekehrung

2014 entdeckte ich auf YouTube das Thema pflanzlichen Nahrung. Darunter fallen u. a. Schlagwörter wie High Carb vegan und plant-based. Ich verschlang danach nicht nur mehr Essen denn je, sondern auch alles, was ich dazu an Literatur finden konnte.

Die meisten haben sich damit abgefunden dick zu sein oder nicht “normal” essen zu können. Und da ich so am Ende war, war eine neue Ernährungsform mehr oder weniger nun auch egal. Schlimmer konnte es nicht mehr werden als es war.

Ich dachte ich träume. Es kann doch nicht sein, dass man sich satt essen kann und nicht zunimmt, geschweige denn abnimmt. Und ja, man kann!!!

Ich startete den Versuch und gab nach Raten meines sozialen Umfelds auf, da sie mich für bescheuert erklärten. Ich fühlte mich in die Enge gedrängt (#socialpressure #peoplepleaser). Es heißt nicht umsonst, Ratschläge können die schmerzhaftesten Schläge sein. Gehört, gefolgt und versagt.

Und jucheee die Fressattacken waren wieder da. Mist, dachte ich mir. Also fing ich wieder an mich rein pflanzlich und unverarbeitet zu ernähren. Nach ein paar Monaten lernte ich immer mehr über die pflanzliche Ernährung. Ich recherchierte welche Ernährung gesund ist und vor allem dauerhaft umsetzbar und stieß letztlich auf Dr. McDougall, Dr. Alan Goldhammer, Dr. Doug Lisle, Jeff Novick, Chef AJ und viele weitere. Diese Menschen verfolgen seit Jahrzenten alle das gleiche Prinzip und haben schon tausenden von Menschen nicht nur geholfen, sondern auch das Leben gerettet.

Vor dieser Zeit hatte ich im Schnitt jede Woche eine Fressattacke. Das längste ohne war ein paar Wochen mit ganz viel zusammenreißen, aber nie länger.

Ich muss nun keine Kalorien mehr zählen, esse mich immer satt und genieße das Essen. Diese Ernährung ist vor allem reich an Obst, Gemüse, Stärke (Getreide, Reis, Quinoa, Kartoffel etc.), Hülsenfrüchten sowie ein kleiner Teil an Nüssen und Samen. Quasi alles, was du in der Natur findest. Als positiven Nebeneffekt habe ich dank dieser Ernährung auch mein Hautproblem in den Griff bekommen. Diese Ernährung hilft z. B. auch bei Akne und diversen Hauterkrankungen. Man isst nicht nur satt und schlank mit dieser Ernährung, sondern investiert nebenbei auch in die eigene Gesundheit.

Die Lösung für JEDES Gewichtsproblem liegt in einer Kombination aus Genetik und Mathematik. Sprich, je nach Veranlagung kannst du kaloriendichtere oder weniger kaloriendichte Nahrung zu dir nehmen. Doch egal mit welcher Genetik du ausgestattet bist, ist der Körper biologisch dazu programmiert immer schlank zu sein unter den richtigen Voraussetzungen. Mehr dazu im Artikel: Was deine Gene über dein Körpergewicht aussagen.

Nie wieder Kalorien zählen, immer satt essen können und abnehmen. Traumhaft oder? Das Beste daran ist, dass es kein Traum ist. Es ist tatsächlich Realität und wie real das ist, erfährst du auf dieser Seite.